Mehrere JTL-Wawi Versionen parallel installieren: So geht's ohne Konflikte
Zwei oder mehr JTL-Wawi Versionen sauber nebeneinander betreiben, ohne dass sich Installationen gegenseitig überschreiben. Wir zeigen den bewährten Weg über getrennte Ordner und eigene SQL-Instanzen – inklusive der häufigsten Stolperfallen.
Grundprinzip: Eigener Ordner, eigene Datenbank
Ob zum Testen eines Updates vor dem produktiven Rollout, oder weil ein Kunde noch mit einer älteren Version arbeitet: Immer wieder stellt sich die Frage, ob sich zwei JTL-Wawi Versionen parallel installieren lassen. Die gute Nachricht: Die Wawi ist keine „einmal pro System"-Software. Mehrere Versionsstände können problemlos nebeneinander existieren – solange zwei Dinge sauber getrennt sind.
Jede Version braucht dafür:
- Ihr eigenes Installationsverzeichnis
- Ihre eigene SQL-Server-Instanz bzw. Datenbank
Solange diese beiden Bereiche nicht kollidieren, laufen zwei oder mehr Wawi-Versionen stabil auf demselben Windows-Rechner.
Vorgehensweise: Schritt für Schritt
Der bewährte Weg setzt bei einer bereits bestehenden Installation an (Standardpfad: C:\Program Files (x86)\JTL-Software) und legt daraus eine zweite, unabhängige Version an:
- Den bestehenden Installationsordner umbenennen, sprechend nach Versionsnummer, z. B.
JTL-Software 1.10. - Diesen umbenannten Ordner kopieren.
- Die Kopie sprechend nach der neuen Zielversion benennen, z. B.
JTL-Software 1.11. - Den Installer der neuen Version starten und als Installationsziel direkt diesen Ordner (
JTL-Software 1.11) angeben. Der Installer erkennt die vorhandenen, kopierten Dateien im Zielordner als bestehende Installation und aktualisiert sie zur neuen Version. - Für die neue Version ggf. eine eigene SQL-Server-Instanz anlegen, falls noch nicht vorhanden, damit beide Datenbanken vollständig getrennt bleiben.
- Beim ersten Start der neuen Version die bestehende Datenbank-Instanz verbinden statt eine neue anzulegen, falls die Datenbank bereits existiert.
Das Ergebnis: JTL-Software 1.10 (unverändert, alte Version) und JTL-Software 1.11 (neu installierte Version) liegen sauber nebeneinander, jede mit eigenem Ordner und eigener Datenbank.
Starten der einzelnen Versionen
- Jede Version wird direkt aus ihrem eigenen Ordner gestartet – über die
Wawi.exeim jeweiligen Verzeichnis. - Für den Alltag empfiehlt es sich, eigene Verknüpfungen pro Version anzulegen, die direkt auf die jeweilige
Wawi.exezeigen. - Auch der Packtisch bzw. WMS wird aus dem jeweiligen Installationsordner heraus gestartet – nicht über eine allgemeine Startmenü-Verknüpfung.
Wichtige Einschränkungen
- Registry wird geteilt: Alle installierten Wawi-Versionen teilen sich teilweise Registry-Einträge, etwa Datenbankprofile. Bei parallelem Produktivbetrieb kann das gelegentlich zu Verwechslungen führen – vor jeder Anmeldung prüfen, ob das richtige Datenbankprofil zur gestarteten Version passt.
- Updates: Beim Installer immer genau darauf achten, welcher Zielordner angegeben wird. Der Installer aktualisiert die Version, die im angegebenen Zielordner liegt. Um eine bestimmte Nebenversion zu updaten, einfach diesen Ordner direkt als Ziel angeben.
- Der Mandanten-Ansatz funktioniert nicht für unterschiedliche Versionen: Ein zweiter Mandant in derselben Wawi-Installation zwingt allen Mandanten dieselbe Wawi-Version auf. Für wirklich unterschiedliche Versionsstände sind getrennte Installationsordner und getrennte Datenbank-Instanzen nötig.
- Ameise muss immer aus der jeweils passenden Wawi-Version heraus gestartet werden.
- Für dauerhaften Produktivbetrieb mit mehreren Versionen – nicht nur zum Testen – empfiehlt sich langfristig eher eine VM pro Version, da sich mit der Zeit durch Windows-Updates und Registry-Änderungen eher Konflikte einschleichen können.
Troubleshooting: Falscher Ordner wurde überschrieben
Wurde beim Installieren versehentlich der falsche Ordner als Ziel angegeben und dadurch eine andere Version überschrieben, ist das kein Grund zur Panik:
- Die Datenbank ist davon nicht betroffen – Client (Ordner) und Datenbank-Instanz sind komplett getrennte Dinge.
- Die fehlende Version einfach erneut installieren und dabei den korrekten Zielordner angeben – ggf. vorher wie oben beschrieben umbenennen bzw. kopieren, um Platz zu schaffen.
- Beim DB-Schritt die bestehende Instanz der fehlenden Version verbinden, keine neue Datenbank anlegen.
Tipp: Vor jeder Installation genau prüfen, welcher Zielordner im Installer-Wizard eingetragen ist – das ist die häufigste Fehlerquelle beim Parallelbetrieb.
Fazit
Zwei oder mehr JTL-Wawi Versionen parallel zu installieren ist mit getrennten Installationsordnern und eigenen SQL-Instanzen problemlos möglich – ideal, um Updates vorab zu testen oder unterschiedliche Versionsstände für verschiedene Mandanten vorzuhalten. Für den dauerhaften Produktivbetrieb mit mehreren Versionen lohnt sich langfristig der Blick auf eine VM-Lösung, um Registry-Konflikte von vornherein auszuschließen.
Du planst ein JTL-Wawi Update oder brauchst Unterstützung beim sauberen Parallelbetrieb mehrerer Versionen? Sprich uns an – wir helfen gern.